F kommt an!

Letterbaby F lässt sich von Maler M malen

„G und H, ihr bleibt noch bis zum Schluss bei mir, ist euch das recht oder soll ich euch schon vorher in dem Jugendgästehaus absetzen?“, fragte F, während er von dem Dach des örtlichen Krankenhauses abhob. Zwei Kinder – Ulrich und Viktor bekamen diese Nacht Besuch von U und V. „F, machst du Witze?“, fragte G, „Wir fliegen doch schon die ganze Zeit mit, da können wir auch noch die restlichen vier absetzen. Warum fragst du?“, wollte G wissen. „Nur so“, meinte F und steuerte geradeaus in die Nacht. W, X, Y und Z warteten gebannt auf ihr Ziel. Sie fuhren zu einer Familie mit zwei Kindern, die Besuch aus einer französischen Austauschklasse hatten. Ein kleines Bauernhaus lag beschaulich und abgelegen auf einer Waldlichtung. Beim Landen fragte F: „Ihr seid sicher, dass das hier ist?“ „Ja, sind wir. S hatte uns alles ganz genau erläutert.“, meinte X. S wurde – wie all die anderen Letterbabies an ihren Zieladressen abgesetzt. Wenn jetzt noch W, X, Y und Z den Bus verließen, waren F, G und H als letzte an Bord. „Na gut. Notfalls ist S ja noch per Telefon erreichbar.“, meinte F. „Glaub mir, das passt schon. Du kannst uns unten einfach absetzen!“, sagte X. F flog zwischen zwei alten Tannen hinab auf den Boden. Sie waren in unmittelbarer Nähe zu dem alten Bauernhaus, in dem kein einziges Licht brannte.

Sie waren nun schon die ganze Nacht unterwegs und wenn man genau hinsah, erkannte man bereits den Tagesanbruch. Der Himmel am Horizont verfärbte sich allmählich. Helligkeit durchbrach die Schwärze der Nacht.

„So, dann viel Erfolg. Bei wem seid ihr genau?“, fragte F, während W bereits den Bus verlassen  hat. „Unsere Menschenkinder heißen Willy und Zoe. Und die beiden aus Frankreich heißen … warte, ich schaue mal grad nach …“, meinte Z, aber Y unterbrach: Yves und Xavier.“ „Aha, dann viele Grüße an alle!“, sagte F, wartete ab, bis Z als letzter den Bus verließ. Er wollte gerade das Dach schließen, als er ein lautes: „Buuuh Buuuuh“ vernahm. „Was war das?“, fragte F erschrocken und blickte auf die vier Letterbabies, die soeben auf dem Weg zum Bauernhof waren. Auch sie blickten erschrocken zum Bus zurück. „Hörte sich an, als kam es aus den Bäumen?“, meinte G – eher fragend als bestimmend. „Das kam mir auch so vor“, sagte F. Sie hörten nichts mehr. Stille. „Beeilt euch besser!“, rief F den vieren hinterher, die zu laufen begannen. Im gleißenden Lichtschein des Vollmonds erkannte F plötzlich einen dunklen, lautlosen Schatten aus der Luft. Ein Wesen aus dem Himmel? Eine Spannweite von mindestens zwei Metern glitt wie ein riesiger heller Papierflieger an den Tannen vorbei, es zielte auf die Letterbabies. „Wa … s ist das?“, fragte H und riss die Augen auf. Er wollte nicht wahrhaben, was er sah. „Ein Drache?“, fragte G, „Aber die gibt es doch nicht auf der Erde … oh nein!!!“ F, G und H sahen auf die vier Letterbabies, die hastig zu laufen begannen, sie wären gleich am Haus. Noch drei Meter, noch zwei Meter. Gleich haben sie es geschafft!“, sagte F, hoffend, flehend. Doch X stürzte, Z stolperte über den strauchelnden X. Eine Millisekunde später erfassten die steinharten Krallen eines riesigen Vogels – Bubo Bubo, der Uhu aus dem Wald – die beiden Letterbabies und hoben sie in die Lüfte. F, G und H blickten mit offenen Mündern und Schreien des Entsetzens in die Luft und hörten das hilflose Wimmern der beiden Entführten. „Wir müssen ihnen folgen. HEB AB!“, schrie H plötzlich. F, wie aus einer Schockstarre plötzlich erwacht, schloss das Dach und hob augenblicklich ab. Beim Start blickte G noch zu W und Y. Die beiden waren ebenfalls geschockt. Hinter einem Holzhaufen an der Aussenwand des Bauernhauses versteckt und in Sicherheit blickten sie dem Uhu und dem verfolgenden Bus hinterher.

Nur der Flugwind verursachte ein leichtes Summen, ansonsten war kein einziger Laut zu hören in der Luft. „Hat er dich verletzt?“, fragte X. Z schüttelte den Kopf. „Noch nicht, aber ich denke, der will mit uns nicht nur einen Nachtausflug machen. Der will uns bestimmt essen.“, meinte Z. Ein Flügelschlag und zwei weitere Meter ging es hinauf in den Himmel. „Wo will der denn mit uns hin?“, fragte X. „Zu ihm nach Hause – in die Vorratskammer!“, mutmaßte Z. „Ich hoffe, du machst Scherze!“, meinte X. „Ich fürchte nicht!“, sagte Z. „Was machen wir denn jetzt?“, fragte X. „Ich komme nicht an meine Lampe. Aber wenn uns dieser Riesenvogel gleich absetzt haben wir vielleicht die Chance, dass wir ihn betäuben und dann fliehen können.“, sagte Z. „Ich könnte jetzt schon an meine Lampe kommen!“, meinte X und holte sie mit einem Handgriff aus seiner Overalltasche. „Benutz sie nicht jetzt, du Trottel!“, ermahnte Z. „Warum nicht?“, fragte X. „Weil ich keine Lust habe, vor dem nächsten Baum zu landen!“, sagte Z. „Ach ja, stimmt!“, meinte X. Z verdrehte die Augen. Wieder ein Flügelschlag, ein Ruck durchfuhr die beiden Letterbabies, eine Kralle bohrte sich in Xs Hinterteil. Er schrie auf und vor Schreck verlor er die Taschenlampe, die wie ein Stein aus dem Himmel in den dichten nachtschwarzen Laubwald fiel. „Gratuliere!“, sagte Z. Unsere Chancen, hier heil rauszukommen, schwinden allmählich!“, sagte Z. „Wir könnten uns durchsichtig machen!“, schlug X vor. „Das bringt uns auch nichts. Ob sichtbar oder nicht, wir hängen an den Krallen fest!“, sagte Z. X begann zu schluchzen. „Hör auf zu heulen!“, sagte Z. Aber X weinte hemmungslos und jammerte: „So habe ich mir das nicht vorgestellt!“ Z klopfte ihm auf die Schulter. „Das schaffen wir schon!“, sagte Z, aber X weinte weiter: „Uaaahhaaahaa“

Z sah zum Riesenvogel auf. Er beobachtete, wie der Vogel kurz zurückblickte, einen Schrei ausstieß und dann rapide das Tempo erhöhte. „Wow, was war das denn?“, fragte nun Z erstaunt und sah sich selbst um. „Hey!!!!“, schrie er plötzlich! „Unsere Freunde sind hier!“ X schluchzte so laut, dass Z ihm nun gegen den Arm boxte: „Hör auf zu heulen! X! F ist da! Wir werden gerettet!“, schrie Z. X drehte seinen Kopf zur Seite und erblickte nun auch den Bus, der in hoher Geschwindigkeit dem Uhu folgte. „Dem Himmel sei Dank!“, jauchzte X auf und wischte sich seinen Tränen vom Gesicht. „Wir sind gerettet!“, schrie X. „Noch nicht!“, sagte Z leise, blickte hinab. Der Wald endete abrupt. Es erschien ein riesengroßer, im Mondschein beinahe weiß schimmernder Krater. „Ein Steinbruch!“, schrie Z. „Oh nein!“, schrie er weiter. X war nun völlig erstaunt, dass Z derart in Panik geriet und fragte sorgenvoll: „Wieso? Was hat das denn zu bedeuten?“ „Wir sind am Ziel!“, schrie Z, während er spürte, dass der Uhu eine Schleife flog, der der Bus kaum folgen konnte. Der Vogel flog nach links, dann wieder nach rechts zurück in den Wald, durchflog hohe Laubbäume, X bekam einige Äste ins Gesicht und hielt sich schmerzverzerrt die Hände vor die Augen. Z blickte sich um, der Bus war immer noch hinter ihnen!“

„Donnerwetter! Was macht der Vogel?“, fragte G, der sich zusammen mit H fest an den vorderen Sitzen krallte, um nicht aus dem Sessel geschleudert zu werden. „Er hat uns bemerkt und will uns abschütteln. Aber nicht mit mir!“, meinte F und schaltete einen Gang zurück, um mehr Schub zu bekommen. „Festhalten!“, schrie er.

Ein letzter Ast berührte X und Z und schon wieder war der Steinbruch erreicht. Lautlos segelte der Uhu wieder eine Schleife und ließ plötzlich Z los. Im freien Fall und mit wild wedelnden Armen und Füßen blickte Z hinab, er fiel in ein großes Vogelnest. Drei junge Uhus blickten ihn mit aufgerissenen Schnäbeln an. „Das wars!“, sagte sich Z, schloss seine Augen und flog seinem Schicksal entgegen. „Krääääh“, schrien die drei kleinen Uhu-Kinder. Doch statt in einem kräftigen Schnabel fiel Z auf ein Glasdach, F blickte hoch und schrie: „Halt dich fest!“ Z setzte seine Hände auf Saugmodus und saugte sich an dem Glasdach fest. Er war gerettet. Oder? Er blickte nach vorn und direkt vor seinen Augen erschien plötzlich die Wand des Steinbruchs: „Voooooorsicht!“, schrie Z, aber F wusste bereits, was ihn erwartete. Die Nase des Busses streckte sich plötzlich wie auf einer Achterbahn nach ob, Raketengleich schoss der Bus an der Wand des Steinbruchs hinauf und innerhalb einer Sekunde erblickten sie wieder den Wald. Allerdings nur den Wald. Von dem Uhu und von X fehlte jede Spur. Panisch blickte sich Z um, kein Vogel weit und breit zu sehen. „Oh nein! Wenn sich der Riesenvogel hier irgendwo im Wald versteckt, werden wir ihn nie finden können. Hoffentlich hat er X noch nicht verspeist!“, sagte sich Z zu. F flog mehrere Runden über dem Steinbruch. Er schien das gleiche wie Z zu denken. Er drosselte sein Tempo und zu Zs Verwunderung setzte er zur sanften Landung an. Oberhalb des Steinbruchs, geschützt unter einer alten Eiche landete F auf dem Boden. Z löste seine Hände. Zitternd kletterte er von dem Glasdach zurück, F öffnete das Glasdach und Z stolperte in den Bus und fiel seinen Freunden in die Arme. „Wir …“, nun begann Z an zu schluchzen, „… müssen unbedingt X finden!“ „Das werden wir!“, sagte F, klopfte ihm auf den Rücken. „Das werden wir. Nun setz dich und schnall dich an!“, sagte F, „Es geht wieder los!“, fügte er an, schloss wieder das Glasdach und setzte den Bus in Bewegung.

Langsam hob er vom Boden ab und erklomm die Spitze der Eiche, als er von weitem wieder den Vogel vernahm. „Ah, seht ihr, das habe ich mir gedacht, dass der Vogel seine Kinder nicht aus den Augen lässt!“, sagte F und freute sich sichtlich, dass der Vogel nun wieder auf den Steinbruch zuflog. Sanfte Flügelschläge täuschten darüber hinweg, dass er noch X in seiner Gewalt hatte. „Der Vogel sieht ja irgendwie toll aus!“, meinte G. Z sah ihn nur schweigend an, nach einer kleinen Pause sagte er: „Wenn du willst, kannst DU ja mal mit ihm fliegen!“ „Och, nein danke!“, sagte G. Sie blickten wieder zum Vogel, aber was war das? In seinen Krallen war kein Letterbaby mehr. „Oh nein! Er hat X doch wohl nicht schon gegessen?“, fragte H panisch. Keiner sagte etwas. Mit offenem Schnabel kam der große Vogel nun genau auf den Bus zugeflogen, er breitete seine Schwingen bedrohlich wie ein Umhang aus, drückte seine Krallen nach vorn und trat gegen den Bus, während er mit seiner Schnabelspitze auf das Glasdach trommelte.

„Festhalten!“, schrie F, der Bus schleuderte durch den Nachthimmel, F drückte die Anti-Rütteltaste und nach zwei Drehungen kam der Bus im Himmel zum Stehen, während sie beobachteten, dass der Vogel zu seinem Nest flog. „Flieg in die Richtung, aus der der Vogel angeflogen kam. Vielleicht hat er X irgendwo fallen gelassen!“, meinte Z. „Mir ist schlecht!“, sagte H. „Los!“, schrie Z und F flog auf der Stelle los. Sie überflogen den Wald. „Vielleicht leuchtet er ja mit der Taschenlampe!“, sagte F. „Geht nicht!“, sagte Z und fügte an: „Er hat sie verloren.“ „Na klasse!“, sagte F und flog weiter. Im Wald erschien plötzlich eine Lichtung. F, G, H und Z blickten hinab und trauten ihren Augen kaum. F machte eine Schleife und überflog erneut die Lichtung, als ein brauner Berg unter ihnen winkte. „Ich fasse es nicht! X!!!“, schrie Z voller Freude. „X hat sich maximiert! Er hat sich so gerettet! Ein Wunder!“, jubelte Z. F setzte zur Landung an. Sanft führte er den Bus auf den Boden der Lichtung und landete direkt an den Füßen des riesenhaften Letterbabys X. „Hoffentlich zertritt er uns nicht aus Versehen!“, sagte H und blickte voller Erstaunen auf X hinauf. „Das hoffe ich auch!“, sagte F und schmunzelte. Der Bus hielt. Sein Dach öffnete sich und Z lief hinaus. „Heb mich hoch, altes Haus!“, brüllte er voller Freude X entgegen. X lachte laut, der Boden unter ihren Füßen bebte. X bückte sich und hielt den Letterbabies seine riesengroße Hand entgegen. Die Letterbabies hüpften sofort darauf und X stellte sich wieder aufrecht hin. Nun war er so groß wie Jahrhunderte alte Bäume in dem Wald. „Wie hast du das geschafft? Auf Syntaxis ist dir das doch nie gelungen!“, meinte Z und blickte auf seinen großen Mund. „Pure Panik!“, sagte X und lachte. „Was blieb mir übrig?“, fragte er dazu. „Ich weiß nur nicht, wie ich wieder kleiner werde!“, sagte er. „Das macht die Zeit!“, sagte F, der ein wenig genervt war. Zwar freute er sich unwahrscheinlich, dass sein Freund dieses Abenteuer überlebt hatte, aber auf der anderen Seite wusste er, dass es nun Stunden dauern würde, bis X wieder auf Normalgröße schrumpfen würde und dass er dann noch einmal Stunden lang schlafen würde. Sie würden also aus ihrem Terminplan völlig herausfallen, aber letztlich war es das wert. „Was heißt das? Zeit?“, fragte X. „So groß, wie du geworden bist, brauchst du bestimmt drei bis vier Stunden, bis du wieder in den Bus passt!“, meinte F. „Oh Mann. Erdenstunden?“, fragte X. „Sicher Erdenstunden!“, sagte F und verdrehte die Augen. „Das ist es ja, hier vergeht die Zeit langsamer als zu Hause!“, fügte F an. „Oh je!“, sagte X und ließ sich mit einem Beben auf den Boden plumpsen. F, G, H und Z hielten sich an Xs Fell fest. „Und wo ist dein Anzug?“, fragte F. „Den habe ich auch verloren. Wie meine Taschenlampe. Aber bei meinem Anzug sind einfach die Nähte geplatzt!“, sagte X. „Das kann ich mir vorstellen.“, sagte H und alle lachten. X erzählte den vier Letterbabies, wie er gelandet ist. Er wurde ja immer größer und größer und dadurch auch immer schwerer. Der Vogel konnte ihn irgendwann nicht mehr halten, und wollte ihn schon in luftiger Höhe fallen lassen, aber er hielt sich an den Krallen fest. Er drehte den Spieß also um und so flog der Uhu langsam auf den Boden und setzte X ab, wo er aber immer noch weiter wuchs, bis er diese Größe angenommen hatte. Kaum hatte er dies gesagt, schrumpfte X um einen Meter. „Huch. Es geht los!“, sagte X und war froh, dass er saß. G und H verloren den Halt und rutschten X´s dicken Bauch hinab. X hob sie wieder schnell auf und erzählte dann, wie der Uhu davon flog. „Deshalb war er so aggressiv, als er uns sah. Er wusste wohl, dass wir nicht einfach eine kleine Zwischenmahlzeit war!“, sagte F und alle lachten.

So saßen sie die nächsten Stunden auf der Waldlichtung. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch den dunklen Himmel und tauchte alles in himmelblau. Hier und da erschien eine weiße Wolke, doch ansonsten war es der Beginn eines wunderbaren Erdentages.

Y und W standen nach wie vor hinter dem Holzhaufen. Sie trauten sich nicht, diesen zu verlassen, bis sie nicht näheres über den Verbleib ihrer Freunde wussten. Gegen Morgengrauen nahm sich Y ein Herz und rief bei F an. Dieser erzählte ihnen von X und dass es noch dauern würde. Sie sollten doch ruhig schon rein gehen, aber Y und W weigerten sich. Sie wollten entweder zusammen oder gar nicht zu den Kindern gehen. Also mussten sie sich noch gedulden.

Kaum war X nur noch doppelt so groß wie F, G, H und Z, da schaute F auf die Uhr und sagte: „Tja, ich denke, ich werde gleich mal S anrufen. Ich muss ihm sagen, dass wir das gemeinsame erste Treffen wohl um einige Stunden verschieben müssen.“ X machte ein mürrisches Gesicht. „Hoffentlich ist er nicht böse!“, sagte X. „Glaube ich nicht. Ich muss ihm ja nicht sagen, dass du erst die Lampe verloren hast und dann deinen Anzug und dann …“ H stupste F an und sagte: „Nun sei nicht so fies, F.“ „Nein. War nur ein Witz. Auch S wird froh sein, dass du diese gefährliche Sache überstanden hast! Ich bin mir sicher!“ X atmete tief durch und schrumpfte beim Ausatmen ein letztes Mal. Endlich war er wieder Normalgroß. „Na, dann los!“, sagte F. Alle stiegen in den Bus. Und noch beim Starten fiel X in einen tiefen Schlaf. „Er schläft!“, meinte Z. „Ja, das ist normal. Er wird vor Mittag Erdenzeit nicht wach werden.“, sagte F. „Na dann …“, stöhnte Z, „können W, Y und ich X wohl ins Bauernhaus hineintragen. Na, das wird ja einen tollen Eindruck machen!“, sagte er und während sie zurück zum Bauernhaus flogen, blickte Z noch einmal auf den Steinbruch, an dem sie vorbeiflogen. Die Babies waren versteckt und von dem Uhu keine Spur. „Tja. Bei Nacht werde ich so schnell nicht mehr durch den Wald laufen!“, sagte Z und F grinste. „Das hoffe ich!“, sagte er und G meinte: „Das hoffe ich auch. Mir war echt lange schlecht von dem Flug!“ „Nichts gegen meine Flugkünste!“, sagte F und lachte. Z klopfte ihm auf die Schulter: „Du bist unser Held. Du hast uns das Leben gerettet! Danke F.“ F antwortete: „Dafür sind Freunde da!“ und setzte langsam neben dem Holzhaufen an dem Bauernhaus den Bus auf den Boden ab. Ziel erreicht.

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Liebe Leserinnen und Leser,

wir wünschen allen ein wundervolles Osterfest mit vielen schönen Überraschungen, leckeren Schokoladeneiern und vielen Freunden.

Bald melden wir uns wieder mit F und seiner abenteuerlichen Reise auf die Erde.

Bis dahin alles Liebe,

Eure Letterbabies von A bis Z

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E erscheint…

E

Auf dem Dach eines am Stadtrand stehenden Hochhauses ließ sich E absetzen. Er beobachtete seine Freunde, die wieder abhoben und zum nächsten Zielort flogen und kletterte zur Dachkante. Dort verankerte er an einem Antennenmast ein mitgebrachtes Seil, das er auf exakt elf Meter einstellte. Zunächst überprüfte er, ob es ihn auch würde halten können. Sodann schritt er über die Dachkante und rutschte mit dem Seil langsam die Fassade hinab.

So kletterte er von Etage zu Etage weiter hinab in Richtung Zielort. Er musste zu Emil, einem siebenjährigen Jungen, der in der Enzianstraße 11 wohnte. Auch in diesem Haus schienen alle zu schlafen. Vereinzelt brannte in den Wohnungen etwas Licht, das Flackern eines Fernsehgerätes war zu erkennen, aber alles in allem war es sehr ruhig.

„Noch zwei weitere Etagen, dann bin ich da!“, sagte E leise. Nicht jede Etage verfügte über einen Balkon. Ausgerechnet die Wohnung, die er anvisierte war ohne Balkon und auch die Fensterbänke waren für eine Buslandung zu schmal. Aber das machte E nichts. Er war schon immer erfinderisch, was Problemlösungen anging, so auch diesmal. Und so wie es aussah, würde seine Idee mit dem Klettern auch klappen.

Plötzlich erschrak er. Kaum hatte er den letzten Balkon vorsichtig passiert, erklang ohrenbetäubendes Gebell. Tiefes Grollen und lautes Knurren wechselten sich ab mit Gebell, dass E das Gefühl hatte, das ganze Seil würde vibrieren. Plötzlich erblickte E eine tiefschwarze Hundeschnauze. Ein großer Hund – er würde ihn aus dem Erden-Unterricht auf Syntaxis als sogenannten Labrador einschätzen – ragte über der Balkonbrüstung. Plötzlich gingen sämtliche Lichter in den Wohnungen an. Fenster öffneten sich, manche Menschen riefen: „Was soll der Lärm!“ Die Balkontür ging auf, ein junger Mann rief: „Rocky. Was ist denn? Was hast du?“ Aber Rocky ließ sich nicht beruhigen. Andauernd bellte er das Seil an. Der junge Mann ging auf das Seil zu. „Oh nein …“, dachte E und blickte nach unten, doch das hätte er nicht tun dürfen. Unter ihm waren noch mindestens zwanzig Meter bis zum Boden und der nächste Busch war weit entfernt. Zu weit entfernt für eine sanfte Landung. Er krallte sich einfach an dem Seil fest und tat leblos in der Hoffnung, dass der Mann gleich hineinginge und E einfach zu seinem Zielort klettern könnte. Leider nein. Er spürte, wie jemand das  Seil hochzog. Der junge Mann meinte: „Was ist das denn? Rocky beruhig dich, alles in Ordnung …“ Er zog das Seil so hoch, dass er E vom Seil abstreifte. „Na, das war doch bestimmt der Timmy von oben, der sich einen blöden Scherz ausgedacht hatte. So ne blöde Stoffpuppe. Na, die sieht er nicht mehr wieder!“ Er besah sich E. „Was soll das sein?“, fragte er seinen Hund. „Neumodischer Kram im Space-Anzug? Lächerlich!“ Er nahm E, der innerlich vor Panik fast zerplatzte, sich dies nur nicht anmerken ließ. „Bitte wirf mich nicht über den Balkon!“,  hoffte E. Nein. Das nicht. Er warf E seinem Hund zu, der ihn mit einem Schnapp sofort auffing. „Hier! Aber verschluck dich nicht!“, meinte er zu seinem Hund und ging wieder in seine Wohnung. E war in Rockys Maul. „Oh nein!!! Alles, nur das nicht!“ Rocky spuckte E aus, er kugelte in eine Balkonecke und hoffte, dass er schnell von hier würde verschwinden können, aber Rocky bellte ihn nur an. Unentwegt. Wieder hörte E, wie Fenster aufgerissen wurden und sich Nachbarn beschwerten. E konnte einfach nicht anders. Er nahm seine Taschenlampe hervor, drückte auf den grünen Knopf und schon schwieg Rocky. Er stand nach wie vor vor ihm, sein Maul war zum Bellen geöffnet, aber ansonsten wirkte Rocky, als sei er am Schlafen. Es war der Frost-Knopf, den E drückte. Damit kann man sein Gegenüber für zwei Minuten einfrieren, wenn das sein muss. Und danach ist wieder alles wie zuvor.

Diese zwei Minuten musste er jetzt nutzen. Er sprang wieder auf die Brüstung, und rutschte am Seil die wenigen Meter zu seinem Zielort hinab. Dort ließ er sich auf dem schmalen Fensterbrett nieder und stellte sich mit seinem Rücken dicht an die Scheibe. Er wollte nicht, dass der Mann von oben ihn noch einmal würde sehen können, wenn er über den Balkon sähe.

E hörte, wie der junge Mann wieder auf den Balkon kam. Er war wohl sehr besorgt: „Rocky! Was ist, mein Kleiner. Rocky!!!“ Mit weinerlicher Stimme kümmerte er sich um seinen Hund. „Hast du das Teil verschluckt? Mann, Rocky. Das geht doch nicht!!“ Als plötzlich Rocky wieder wach wurde und sofort wieder bellte, schien sein Herrchen überglücklich. „Komm rein, Kleiner. Heute schläfst du drin!“

„Puh, das hätten wir ja schon einmal geschafft!“, sagte E leise und drehte sich langsam um in Richtung Fensterscheibe.

Er blickte in ein neugieriges Kindergesicht. Eine kleine Nachtlampe leuchtete in dem Zimmer. Das musste Emil sein. Die roten Haare und zahlreichen Sommersprossen im Gesicht waren eindeutig. Emil schien sehr überrascht und neugierig zu sein. Scheinbar hat er schon die ganze Zeit an der Scheibe gestanden und E beobachtet, wie er von dem Seil auf die Fensterbank sprang und sich versteckte.

E lächelte Emil an und Emil lächelte zurück. E klopfte an die Scheibe und fragte laut: „Lässt du mich rein?“ Emil nickte und öffnete das Fenster einen Spaltbreit, so dass E hineinschlüpfen konnte. „Dankeschön“, antwortete E.

„Wer bist du?“, fragte Emil. „Mein Name ist E. Ich komme von einem anderen Planeten, den wir Syntaxis nennen …“ Er erzählte ihm von seiner Heimat und von seinen anderen Freunden, die in der Nacht noch alle ihren Menschen zugeordnet würden. Und dass alle ausgesprochen gespannt wären auf die Menschen und sehr neugierig sind. Emil hörte ihm aufmerksam zu. E zog derweil seinen Raumanzug aus. „Du erlaubst? Es ist ziemlich warm hierdrin und ich würde gern diesen Anzug ausziehen!“, meinte E. „Na klar. Ich habe leider nichts anderes für dich zum anziehen. Mit Puppen spiele ich nämlich eigentlich nicht.“, sagte Emil. „Verstehe!“, sagte E. „Warum fahrt ihr alle zu Kindern?“, fragte E. „Naja, Erwachsene würden uns wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Sie hätten panische Angst vor kleinen Wesen aus dem All. So könnte man die Menschen nie kennen lernen. Vielleicht würden sie uns auseinander nehmen oder erforschen oder uns schlicht und ergreifend als Scherz behandeln. So aber haben wir uns extra Kinder ausgesucht. Ihr geht einfach mit offenen Augen durch die Gegend und habt nicht so große Vorurteile wie Erwachsene.“, meinte E, „Und außerdem würden Erwachsene schnell für verrückt erklärt werden, wenn sie mit vermeintlichen Puppen sprechen würden. Wie würdest du reagieren, wenn deine Mama mit einer Figur sprechen würde, die aussieht wie eine Puppe?“, fragte E. „Keine Ahnung, aber meine Mama spricht auch mit Blumen!“, sagte er. „Ach?“, fragte E erstaunt.

E rieb sich am Kinn und sah sich in Emils Zimmer um. „Hier wohnst du also. Aha, ich sehe schon, du sammelst viele Autos.“, sagte E. „Das stimmt.“, antwortete Emil. „Autos finde ich sehr spannend und cool.“, sagte er. „das kann ich mir vorstellen. Ich bin auch mit so etwas ähnlichem wie einem Auto gekommen. Wir sind mit einem Bus gereist!“, sagte er. Emil verdrehte die Augen. „Busse mag ich gar nicht. Da stinkt´s immer drin und irgendeiner ist ständig am brechen, wenn wir mit der Klasse unterwegs sind!“, sagte Emil. E verzog auch sein Gesicht. „Igitt. Das ist in der Tat eklig. Das war bei uns auf der Reise nicht so.“ „Kann ich den Bus mal sehen?“, fragte Emil. „Jetzt noch nicht, aber irgendwann bestimmt!“, sagte E. Vielleicht kannst du auch mal damit reisen. Du wirst überrascht sein, was alles möglich ist.“, sagte E und fügte neugierig an: „Sag mal …“, er beugte sich zu Emil vor, der ebenfalls seinen Kopf vorschob, nun standen sich beide beinahe Auge in Auge gegenüber. „Was denn?“, fragte Emil. „Hast du eine Autorennbahn?“, fragte E. Emil nickte. „Da vorn in der Ecke!“ Es Augen wurden riesengroß, er klatschte in die Hände und hüpfte: „Yippppie!“ „Wieso was meinst Du?“, fragte Emil. „Können wir damit fahren?“, fragte E und meinte: „Ich habe mich schon die ganze Zeit darauf gefreut!“ „Das können wir machen, aber nicht jetzt! Meine Mutter würde das hören und dann kriege ich bestimmt Ärger. Aber morgen können wir das machen!“, antwortete Emil. „Wow, das verstehe ich. Klasse. So machen wir´s!“

„Erzähl mir doch noch ein bisschen von dir und deinem Planeten!“, bat Emil. „Meinst du nicht, dass du jetzt schlafen musst?“, fragte E. Emil schüttelte den Kopf. „Ich kann jetzt nicht schlafen. Was kannst du alles? Ist das so, wie mit UFOs, von denen man was hört? Seid ihr normalerweise grün?“, fragte Emil.

E sah ihn an. „Grün?“, fragte E. „Sieh mich an. Ich bin rosa! Meine Haare, mein Name, eine Hand und meine Füße sind rot!“, antwortete E. „Ja, das sehe ich. Aber ich dachte, bei Außerirdischen handelt es sich um kleine grüne Männchen!“, sagte Emil. „Grüne haben wir auch dabei. Die wirst du auch kennen lernen, das sind meine Freunde R, S, T und U. Aber die sind jetzt woanders. Und jeder von denen hat auch eine andere grüne Farbe. Wir sind alle ziemlich bunt. Also von nur grün kann keine Rede sein. Wie kommst du denn auf grün?“, fragte E. „Na, das habe ich mal im Fernsehen gesehen.“ „Aha. Also wie gesagt, wir sind nicht nur grün.“, sagte E kurz. „Seid ihr denn Männchen oder Weibchen?“, fragte Emil. „Dafür bist du noch etwas jung!“, sagte E. Emil verzog das Gesicht. „Und was kannst du alles?“ E überlegte kurz, an sich wollte er ja ihn ja nicht überfordern, aber er konnte nichts machen, E war schon immer ehrlich und sagte er dann auch wahrheitsgemäß: „Ich kann mich durchsichtig machen. Ich kann andere durchsichtig machen, ich kann fliegen, ich kann mich vergrößern und verkleinern. Ich kann …“ „Mach doch mal!“, bat Emil. „Jetzt nicht.“, antwortete E. „Warum nicht?“, fragte Emil. „Weil mich das soviel Kraft kostet, dass ich danach viel schlafen muss. Wenn ich mich durchsichtig mache, muss ich für jede Minute mindestens eine Stunde schlafen, würde ich dich durchsichtig mache müsste ich 12 Stunden am Stück schlafen, für eine Minute Durchsichtigkeit. „O je!“, sagte Emil. „Ist an sich kein Problem. Aber wir haben morgen nochmal ein Treffen mit allen Letterbabies und das will ich nicht verschlafen. Aber danach kannst du dich auf viel Spaß einrichten.“ Emil lächelte. „Wir werden super Autorennen fahren, wir werden durch die Gegend fliegen, wir werden die Welt erkunden, wir werden …“, da sah er, dass Emil doch allmählich  müde wurde, obwohl er nicht schlafen wollte. Aber ein kleiner Außerirdischer, der merkwürdige Geschichten erzählte, war selbst für einen so neugierigen Jungen wie Emil zu viel. Er lächelte und rieb sich die Augen. „Komm, lass uns schlafen! Morgen ist ein neuer Tag. Und wenn wir jetzt die restliche Nacht schlafen, werden wir schon kein Abenteuer verpassen. Die kommen noch alle. Vertrau mir!“, sagte E und schmiegte sich an Emil, der ihn in den Arm schloss und sich ins Bett legte. „E und Emil, eine einfach ehrliche Freundschaft!“, sagte E. „Gute Nacht, E! Ich bin froh, dass du da bist!“, sagte Emil leise. „Ich auch, Emil. Gute Nacht!“, sagte E. „Gute Nacht!“, antwortete Emil leise. Nach einer kleinen Weile fragte E: „Schläfst du schon?“ Emil schlief. Er atmete tief ein und aus, hielt aber nach wie vor seinen neuen Freund im Arm. E lächelte, strich ihm über den Arm und schloss seine Augen. „Emil ist entzückend. Ernsthaft und trotzdem so erfrischend, erhaben und edel, erfindungsreich und ehrlich. Eigentlich so wie ich.“, sagte E leise und schlief mit einem Lächeln auf dem Mund ebenfalls ein.

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D steigt aus dem Bus – mit dem Fallschirm!

Letterbaby D

Dolmetscher

„Bleib hier oben, du brauchst nicht unten zu landen!“, meinte D und F sah ratlos zu S. „Wie meinst du das?“, fragte S. „Ich will mit meinem Fallschirm runter.“, sagte D. „Es ist Nacht. Wie willst du da die Adresse finden, nachher ist es noch windig und …“, aber D unterbrach S und sagte: „Es ist nicht windig. Ich weiß genau, wo ich hin muss, ich habe alles genau einstudiert und kenne exakt den Schornstein, durch den ich durch muss. Wenn ich durch den Schornstein fliege, lande ich genau im Wohnzimmer von Dannys Eltern und dann muss ich nur ein Zimmer weiter und bin bei ihm. Was sagt ihr nun?“, er lachte und blickte sich im Bus um. Doch die meisten Letterbabies schüttelten den Kopf und sahen aus dem Fenster in die mittlerweile sterneklare Nacht.“ S meinte, dass er das eigentlich nicht verantworten könne und D sagte nur: „Papperlapapp. Was soll das? Ich bin schon groß und kann selbst entscheiden!“ „Was ist, wenn sie Feuer an haben?“, fragte S. „Das haben sie nicht. Das kann man von hier aus sehen. Außerdem muss ich dich doch nicht daran erinnern, dass unsere Silberanzüge feuerfest sind, oder?“, antwortete D. „Und was ist, wenn …“, wollte S gerade fragen, als er von V unterbrochen wurde: „Lass ihn fliegen! D war schon immer so ein Dickkopf. Er macht doch immer, was er will!“ „D ist ein Draufgänger! Diese Aktion ist wieder sowas von typisch!“, meinte X genervt, „Ich sehe das genauso wie V, lass ihn fliegen.“

„Ich will da jetzt runter. Sofort!“, sagte D mit Nachdruck. X fügte hinzu: „Ds direkte Art. Tse.“

S blickte schweigend zu F, der eine Schleife über dem Zielort drehte: Dorotheenstraße 3 d. „Ihr seht, keine Chance! Entweder fliege ich mit dem Fallschirm oder ich steige gar nicht aus!“, sagte D und stand bereits am Ausgang, zurrte sich seinen Fallschirmrucksack zurecht und wartete nun mit in die Hüften gestemmten Händen auf das Einverständnis von S. „Was sagst du, O? Immerhin hast du das ganze organisiert?“ O sagte äußerst selten etwas. Er machte immer einen absolut organisierten Eindruck, deshalb war er auch stets für die Organisation von sämtlichen Veranstaltungen und Ausflüge zuständig – so auch für die Reise zur Erde. „An sich ist mir das egal. Hauptsache die Anschrift ist korrekt und D hat recht. Er ist alt genug, die Gefahren einzuschätzen. Mach die Klappe auf und lass ihn raus, wenn er unbedingt will.“ S blickte wieder zu F und sagte: „Du hast es gehört. Raus mit ihm.“ F hielt den Bus in der Luft an und drückte auf einen Knopf. Mit einem leisen Surren hob sich das Glasdach. „Dingo! Tschüss Freunde, bis morgen!“ Die Übrigen winkten ihm kurz zu, manche schüttelten immer noch verständnislos ihren Kopf. „D liebt halt die Gefahr, er hat sich auch noch nie vor etwas gedrückt.“, meinte F zu S. „Es wird schon alles klappen!“, fügte er an. V fragte: „Was heißt eigentlich dieses Dingo?“, aber niemand antwortete. S blieb am Fenster stehen und betrachtete D, wie sein Fallschirm aufsprang und er zielgerichtet auf einen Schornstein zuflog. „Sollen wir weiter?“, fragte F. „Warte noch einen Augenblick. Ich will wissen, ob er auch tatsächlich ankommt!“, antwortete S. „Woher weiß er denn, welcher Schornstein es ist? Ich meine, es ist ein großes Mehrfamilienhaus mit lauter Schornsteinen?“, fragte F. „Ich habe keine Ahnung. Ich hoffe, er weiß es!“, meinte S mit besorgtem Gesichtsausdruck.

Als D in einem Schornstein verschwand gab S das Zeichen an F, die Reise fortzusetzen. Das Glasdach schloss sich, F schaltete in den ersten Gang und flog fort.

„Herrje, ist es dunkel hier. Sowas von dunkel aber auch!“, meinte D und suchte nach seiner Taschenlampe. Er konnte nichts erkennen. Sein Fallschirm ist zuvor irgendwo im Schornstein hängen geblieben. Es machte nur RATSCH und schon fiel er wie ein Stein hinab. Erst hatte er etwas Angst, dass er hart fallen würde, aber Sekunden später hatte er das Gefühl, in einer Mehlschüssel angekommen zu sein, so weich ist er gelandet. Es war aber kein Mehl, sondern Asche und Staub, die ihn mit einer aufgewirbelten Wolke aufgefangen hatte. Endlich fand er seine Taschenlampe und knipste das Licht an. Er erkannte, dass er in einem offenen Kamin angekommen ist. „Dingo“, sagte er sich lachend. „So war es doch geplant. D ist doch nicht doof, wie es die anderen oft meinen, Haha …“ Nach kurzer Orientierungsphase wusste er, wo er langgehen musste. „Da vorn ist Dannys Zimmer. Dingo!“ Er stieg aus dem Kamin auf den hellen Teppich und bemerkte nicht, wie er lauter schwarze Spuren hinterließ. Kleine schwarze Fußabdrücke wanderten vom Kamin an der Sofagarnitur vorbei in Richtung Kinderzimmer.

Lautes Schnarchen kam aus dem elterlichen Schlafzimmer. Glücklicherweise war die Tür zu Dannys Zimmer nur angelehnt, so konnte er einfach hindurch schlüpfen. Kaum schlich er sich zu Dannys Bett, als sich plötzlich die Bettdecke bewegte. „So, mein kleiner Engel. Jetzt schlaf schön!“, sagte eine Frauenstimme im Flüsterton zu Danny. „Das musste seine Mutter sein. Warum schlief die denn hier?“, fragte sich D im Flüsterton und bemerkte den ersten Anflug von Panik. Eine Handbreit neben ihm sah er, wie sich zwei riesige Füße in Plüsch-Puschen schoben. „Glück gehabt“, sagte er sich, „das war knapp!“ Er sah sich schon plattgedrückt unter der Puschen-Sohle. Rasch versteckte er sich unter dem Bett und beobachtete, wie die Frau langsam aus dem Kinderzimmer schritt. Sie schloss die Tür und durch einen plötzlichen Lichtschein unter dem Türschlitz wusste er, dass Dannys Mutter wohl im Wohnzimmer das Licht angemacht hatte.

Als D sich nun in Sicherheit wähnte, kletterte er die Bettdecke hinauf in Dannys Bett und würde ihn gleich vorsichtig wecken. Auf sein Gesicht war er sehr gespannt, wenn er sich als D von Syntaxis vorstellen würde. Er würde sich bestimmt riesig freuen, dass ausgerechnet ER von D besucht würde. Dass ausgerechnet Danny der neue Freund von D würde, der solch eine weite Reise hinter sich hatte. Kaum stand er auf Dannys Brustkorb hörte er einen gellenden Schrei aus dem Wohnzimmer.

Danny wurde wach, bemerkte auf seiner Brust etwas, das plötzlich weghuschte und schrie ebenfalls laut auf.

„Eine RATTE!“, schrie die Mutter und lief mit lautem Getrappel ins Schlafzimmer, um dort ihren Mann zu holen, der von dem Geschrei aber schon längst wach geworden ist. „Was ist denn?“, fragte eine schläfrige Männerstimme, „was schreist du denn so laut. Der Junge schläft doch schon!“ Aber die Frau ließ sich nicht beruhigen. „EINE RATTE! AUS DEM KAMIN!“, schrie sie. „Kann ich mir nicht vorstellen!“, versuchte der Mann zu beschwichtigen. „DOCH! Sieh dir die Spuren an!“, schrie sie. „Schrei doch nicht so, du weckst ja alle Nachbarn auf.“ Aber die Mutter von Danny hatte einfach wahnsinnige Angst vor Ratten und vor Mäusen, dass sie sich gar nicht mehr beruhigen konnte.

„Ratten?“, dachte D und kratzte sich am Kopf! Danny sprang aus dem Bett und lief zur Tür. Aber an der Tür kamen auch schon seine Eltern herbei geeilt. Sie knipsten das Licht an und hielten einen großen Besen in der Hand und der Vater einen Eimer. Was sie damit in seinem Kinderzimmer machen wollten, konnte sich Danny nicht erklären. „Wo ist die Ratte?“, fragte die Mutter entsetzt. „Was für eine Ratte?“, fragte der Junge. „Hier! Sieh dir die Spuren an. Sie führen genau in dein Zimmer!“, kreischte die Mutter und fragte: „Geht es dir gut?“ „Ja sicher!“, sagte Danny. „Aber irgendetwas war auf mir drauf. Ich habe es gespürt. Ganz eindeutig!“ „Oh mein Gott! Bist du unverletzt?“, kreischte die Mutter. „Ja!“, sagte Danny und sah auf die Spuren auf dem Boden. Nach einer kurzen Zeit sagte er: „Gehen denn Ratten auf zwei Beinen? Ich sehe gar keine vier Spuren.“, fragte er. „Es gibt nichts, was es nicht gibt!“, sagte die Mutter, die panisch in seinem Kinderzimmer nach den Spuren weiter suchte. „Wo ist das Vieh?“, fragte sie. „Mama, beruhig dich. Es ist doch sehr klein, wie siehst, es wird schon nichts tun.“, sagte Danny. „Sag das nicht! Die übertragen Krankheiten. Tollwut, Seuchen, die Pest und was weiß ich noch was!“, schrie sie wieder panisch. „Du übertreibst. Mach dem Jungen doch nicht so eine Angst!“ „Wieso Angst. Das ist doch so. Und wer weiß, was das für eine zweibeinige Ratte ist? Vielleicht ist die besonders gefährlich. Was hatte die denn auf dem Brustkorb von Danny zu suchen? Die wollte bestimmt in die Nase beißen!“, schrie sie. „In die Nase beißen?“, fragte nun Danny panisch und hielt sich seine Nase zu. „Ach was. Warum sollte eine Ratte in Dannys Nase beißen?“, fragte der Vater. „Warum nicht?“, fragte die Mutter panisch und Danny sah beide angstvoll an und hielt sich nach wie vor die Nase zu. „Geh doch am besten in die Küche. Ich suche mit Danny nach dem kleinen Nager und dann komme ich zu Dir!“, sagte der Vater und schob seine Frau aus dem Kinderzimmer.

Diese Sekunde nahm D wahr, sprang auf die Fensterbank, zog seinen Anzug und seine Schuhe aus und warf diese aus dem gekippten Fenster aus. Er blickte auf die Fensterbank und vergewisserte sich, dass er dort noch Spuren hinterließ und danach nicht mehr. So mussten die Eltern davon ausgehen, dass die „Ratte“ das Zimmer aus dem Fenster verlassen hatte.

„Ich kann das nicht!“, jammerte die Mutter und lief plötzlich wieder ins Kinderzimmer. „Was kannst du nicht?“, fragte der Vater. „Na, tatenlos in der Küche herumsitzen! Ich muss das Vieh finden!“, sagte sie und suchte den ganzen Boden ab. „Da sind die Spuren. Sie führen am Schrank lang, zum Bett. Siehst du! Da! Dann auf die Bettdecke und dann … zur Fensterbank!“, sagte sie. „Ja, das sehe ich auch!“, meinte der Vater. „Wir haben es verjagt. Es ist weg. Offensichtlich aus dem Fenster rausgelaufen!“, fügte er hinzu. Die Mutter sagte nichts mehr.

D versteckte sich hinter der Heizung und er hoffte inständig, dass er unentdeckt blieb. „Na, dann können wir ja aufatmen!“, sagte der Vater, aber die Mutter sagte immer noch nichts. Schweigend betrachtete sie die Fensterbank und das gekippte Fenster. „Was hast Du, Mama?“, fragte Danny. „Ich weiß nicht. Aber irgendwie kommt mir das komisch vor!“, sagte die Mutter plötzlich leise. „Wieso komisch? Es ist durch den Kamin rein, hat sich verlaufen und ist dann auf direktem Wege wieder rausgelaufen.  Was ist daran komisch?“, fragte ihr Mann. „Seit wann springen Ratten in dem Winkel nach oben aus einem gekippten Fenster?“, sie kratzte sich am Kopf. „Seit dem Ratten auf zwei Beinen durch die Gegend laufen!“, sagte ihr Mann und lachte. „Witzig!“, sagte die Mutter. „Wer weiß, vielleicht war es ja ein Außerirdischer!“, lachte Danny, der spürte, dass sich sein Vater über seine Frau amüsierte. Er wollte sie aufmuntern. „Außerirdische!“, sagte die Mutter und blickte zu Danny. „Witzig!“, wiederholte sie. „Na, dann.“, sagte sie und ging aus dem Zimmer. „Wo gehst du hin?“, fragte ihr Mann. „Ich will Bettwäsche holen und das Bett neu beziehen. Da sind überall Spuren drauf,“, sagte sie. „Nicht nötig, Mama. Ehrlich.“, antwortete Danny. „Wie ihr meint!“, sagte die Mutter erschöpft, ging zu Danny und umarmte ihn: „Schlaf gut, mein Schatz.“ „Gute Nach, Mama!“, sagte Danny. Dannys Vater gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut mein Großer!“, sagte er. „Und macht die Tür zu, nicht, dass schon wieder irgendwelche Tiere aus dem Kamin in mein Zimmer laufen!“, sagte Danny. „Machen wir. Schlaf schön“, sagte sein Vater, schloss das Fenster, knipste das Licht aus und schloss die Tür.

D atmete auf. Er sah, dass das Licht im Wohnzimmer auch ausging und hörte die Mutter sagen: „Die Flecken können wir morgen wegwischen!“. „Ja, mein Engel, komm, wir schlafen, morgen müssen wir wieder früh raus.“

Kaum waren alle Lichter erloschen, hörte D wieder das Schnarchen. Selbst Danny war schon wieder im Halbschlaf. D hüpfte auf sein Kopfkissen und fragte ins Ohr: „Woher weißt du, dass ich Außerirdischer bin?“ Danny grunzte nur im Halbschlaf. „Haaaallo. Woher wusstest du, dass ich nicht von hier bin?“, fragte D erneut. Danny grunzte und sagte leise im Schlaf: „Außerirdischer …“ „Ja, genau. Außerirdischer. Ich komme vom Planeten Syntaxis! Mein Name ist D. Einfach D. D wie Dingo. D wie … dunkle Schokolade, D wie Denker, D wie Datteln, D wie … Danny!“ Aber Danny wurde nicht wach. Er stammelte: „Syntaxis“. „Ja, Syntaxis. Bist du jetzt wach oder nicht. Guck doch mal!“, sagte er. Nichts zu machen. Er schlief nun tief und fest. D zog an seinem Ohrläppchen, kletterte dann auf sein Gesicht, setzte sich auf seine Nase und zog ein Augenlid auf. Keine Bewegung. Er leuchtete mit der Taschenlampe in sein Auge. Doch auch jetzt gab es keine Reaktion. „Hmmm, und jetzt?“, fragte sich D und knipste seine Taschenlampe aus. Zunächst saß er eine Weile auf der Nase bis sich Danny bewegte und sich auf die Seite drehte. D fiel ebenfalls auf die Seite und kletterte dann um seinen Kopf herum und dachte die ganze Zeit nach. Da betrachtete er Dannys Haare, dunkelblonde Haare, die er sehr kurz trug, Stoppeln nennen es die Menschen, auf Syntaxis spricht man von Fell, aber das ist ja egal. Diese Stoppeln fühlten sich lustig an. D strich darüber und ihm kam die Idee, dass er ein Haar gern behalten würde und mit nach Syntaxis nehmen würde. Es würde ihn immer an den ersten Abend mit Danny erinnern. Also zog er Danny ein Haar aus, das ziemlich fest saß. Er zog etwas energischer und hatte das Haar in der Hand. Danny wurde wach und kratzte sich am Kopf, drehte sich dann um und murmelte: „Ich muss pipi.“ Stöhnend klappte er die Bettdecke um, stand auf und verließ im Dunkeln sein Zimmer. Nach drei Minuten kam er wieder. D hatte sich auf Dannys Kopfkissen gesetzt und wartete auf seine Rückkehr. Danny schlurfte zum Bett und wollte sich gerade hineinplumpsen lassen, als D – in purer Angst davor, gleich plattgewalzt zu werden – seine Taschenlampe nahm und ihn direkt anleuchtete. Danny blieb stehen, rieb sich die Augen und blickte dann genauer zu ihm hin. „Hallo. Danny. Ich bin D, dein Freund. Ich komme von einem anderen Planeten. Erinnerst du dich? Du wusstest es doch schon vorhin!“, sagte D. Danny blieb gelassen und sagte: „Ich träume. Außerirdische. Na klar. Leg dich wieder hin!“, sagte er sich. D verzweifelte langsam, als sich Danny tatsächlich hinlegte, tief einatmete und wieder einzuschlafen schien. Aber irgendetwas in Dannys Kopf sagte ihm, dass er doch nicht träumte. D stand direkt vor Dannys Augen, immer noch auf dem Kopfkissen, als er plötzlich sah, wie Danny die Augen aufriss. Er schnellte auf, knipste seine Nachttischlampe an und sprang aus dem Bett. Er sagte zunächst nichts, während D ihm freundlich zuwinkte. „Ich dachte schon, du wirst nie wach!“, meinte D. Da stand er nun im vollen Licht, er war orange und hatte rosa Haare, seinen rosa Namen auf dem Bauch, die Füße und die linke Hand waren ebenfalls rosa. Nach einer Weile sagte D: „Du sagst ja gar nichts!“ „Wer … wer … bist du?“, fragte Danny. D war heilfroh, dass er nicht schrie. Immerhin hatte er das auf Syntaxis gelernt, dass Menschen so reagieren würden, wenn sie etwas Unbekanntes entdecken würden. Aber Danny wirkte nur zuerst erschrocken, jetzt wollte er ihn kennen lernen. Das war Ds große Chance. Wie am Fließband erzählte er ihm von dem Planeten Syntaxis, von seinen anderen Letterbabies-Freunden, von der großen Chance, dass sie sich nun kennen lernten und Danny setzte sich aufmerksam aufs Bett. D sprang auf seine Hand und meinte: „Dingo, mein Freund, ich sehe, wir verstehen uns prächtig und wir werden viele, tolle Abenteuer erleben!“ „Das glaubt mir keiner meiner Freunde!“, sagte Danny. „Jetzt noch nicht. Aber der Zeitpunkt wird kommen. Ganz bestimmt!“ „Mit wem sprichst du?“, fragte plötzlich seine Mutter. Die Tür ging auf. Danny warf sich ins Bett und versteckte D unter der Decke. „Nichts, Mama, ich hab nur geträumt.“, sagte er. „Dann mach jetzt das Licht aus. Du musst schlafen. Morgen hast du zwar frei, aber bald fängt die Schule wieder an. Dann ist Schluss mit Ausschlafen!“

„Ich weiß. Mama, gute Nacht.“ Sie schloss wieder die Tür, Danny knipste das Licht aus: „Gute Nacht D.“ „Gute Nacht Danny!“, antwortete D und schlief selig schlummernd in Dannys Arm ein.

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C kommt an!

Nach A und B stand nun die Ankunft von C an.

„Wie kommt es denn eigentlich, dass wir alle so nah beieinander liegen?“, fragte C. F drehte sich um und zuckte mit den Schultern. „Ich bin nur fürs Fahren zuständig. Frag am besten S!“, meinte F. S blickte von seinem Plan auf, nahm seine Lesebrille von der Nase und meinte zu C: „Wir sind alle in einer Stadt, damit wir uns tagsüber ganz leicht treffen können.“, meinte er. „Aber ist es nicht spannender, wenn wir mehr verteilt wären? Immerhin wollen wir doch die Erde komplett kennen lernen.“, sagte C. „Das schon. Dies hier ist ja auch nur der Beginn. Hab Geduld. Wir werden schon noch alles sehen und erfahren. Aber jetzt sind wir erst einmal in dieser Stadt.“, antwortete S. Er blickte dabei aus dem Fenster und trotz der Dunkelheit erkannte er die Parkanlage, die sich direkt vor dem Haus von Cecilia erstreckte. Er rief: „Da vorn müsste dein Zielort sein!“ Alle Fahrgäste des Busses blickten auf einen Park, in dem einige beleuchtete Wege waren, an denen sich mehrere Parkbänke erstreckten. Dort saßen einige Jugendliche und lachten miteinander. „Ist das nicht zu gefährlich, jetzt zu landen? Immerhin sind da Menschen!“, meinte V. „Aber deshalb sind wir doch hier. Wir wollen die Menschen doch kennen lernen!“, antwortete C, obwohl ihm auch schon etwas mulmig zumute war. „Nun, V hat Recht. Wir müssen schon schauen, wem wir uns  zuerst anvertrauen. Wir wollen ja niemanden erschrecken. Nicht umsonst wurden uns die speziellen Menschen zugeteilt auf dem Planeten Syntaxis. Erforschungsteams haben zuvor genau ermittelt, wo wir hinkönnen.“, meinte S. „Und was machen wir jetzt?“, fragte C, der die Jugendlichen auf der Bank genau beobachtete. Diese befanden sich keine zehn Meter vom Hauseingang entfernt. „Zunächst einmal schalten wir unsere Beleuchtung aus!“, meinte S und rief zu F: „F. Bitte Nachtmodus einstellen!“ F nickte und mit einem Mal war alles dunkel. T fragte plötzlich: „Warum schalten wir nicht die Unsichtbarkeitstaste?“ S sah zu ihm hinüber und lächelte: „Das kostet viel Energie. Lampen ausschalten ist da einfacher. Und in der Nacht ebenso wirkungsvoll.“ T nickte. F lenkte den Bus in eine Schleife direkt über die Jugendlichen. Der Bus flog lautlos direkt über deren Köpfe hinweg, doch niemand von ihnen reagierte. Die Letterbabies konnten sogar hören, worüber sie sich unterhielten. „Habt ihr das gehört?“, fragte H. Sie sprachen von den Ferien, dass sie nur noch drei Tage frei hätten.“ „Ja, das haben wir alle gehört!“, sagte C. „Aber das wissen wir eh schon!“, lachte S, „zumindest diejenigen, die im Erde-Unterricht aufgepasst haben!“ Alle drehten sich zu H um und lachten. H lachte mit und meinte: „Naja, ich bin ja nur erstaunt, dass das die Kinder hier auf der Erde auch so gut wissen!“ I und J verdrehten die Augen und sahen wieder aus dem Fenster. F setzte zur Landung an. Aus Sicherheitsgründen landete er direkt auf der breiten Fensterbank zu Cecilias Zimmer. Sie wohnte im ersten Stock eines alten Gebäudes, auf dem eine dicke 3 C stand. C blickte auf die Hausnummer und dann schaute er noch einmal kurz auf seine Notizen: Cecilia, acht Jahre, braune Haare, lebt mit ihren Eltern in der Wohnung am Caesar-Park Nr. 3 C. Mit ihr ihm Zimmer leben zwei Meerschweinchen Cindy und Cinderella. Besondere Merkmale: Ausgesprochen liebenswürdig. „Aha“, sagte er sich leise. C war sehr aufgeregt und gespannt auf seine neue Menschenfreundin. Ob sie ihn wohl mögen würde? Und die Meerschweinchen?

Mit einem leisen Surrton landete der Bus auf der Fensterbank. Das Glasdach öffnete sich und C stand bereits am Ausgang. Er drehte sich um, lächelte seine Freunde an und winkte schweigend. „Bis morgen!“, flüsterte er. S sagte leise: „Bevor du auch auf die Idee kommst, selbst nachzusehen, ob du hier richtig bist, sage ich dir vorab: Du bist hier richtig!“ C nickte schweigend und flüsterte dann: „Ja, ich weiß.“ Er winkte noch einmal und blickte auf das Fenster, das gekippt war. F schloss die Türen und hob lautlos mit dem Bus ab.

Mit einem beherzten Sprung erreichte C die obere Kante des Fensters, blickte von dort noch einmal seinen wegfliegenden Letterbabies-Freunden hinterher und wollte noch einmal winken, aber das hätte er besser nicht machen sollen. Denn plötzlich verlor er das Gleichgewicht. Er ruderte wild mit seinen Armen, seine Füße versuchten vergeblich, irgendwo Halt zu finden, doch nichts zu machen. Mit einem „Uaarrggghhh“ rutschte C von der oberen Fensterkante hinab und fiel direkt auf das Kopfkissen von Cecilia. Zum Glück fiel er direkt neben ihren Kopf, sie schien tief und fest zu schlafen. Dummerweise wurde er mit seinem dicken Popo vom Kopfkissen wieder hochgeschleudert, machte eine Drehung und fiel aus der Luft diesmal direkt auf Cecilias Stirn. Die riss sofort ihre Augen auf und schrie mit Leibeskräften „AAAAAAHHHHHH“ Sie konnte sich gar nicht beruhigen und rief nach ihren Eltern, die sofort besorgt in ihr Zimmer liefen. „Was ist denn, mein Schatz?“, fragte der Vater. Die Eltern waren noch wach und lasen im Nachbarzimmer noch in Büchern. Cecilia weinte: „Irgendetwas ist mir auf den Kopf gefallen!“, schluchzte sie. „Du hast bestimmt geträumt!“, sagte die Mutter. „Nein. Wirklich nicht. Ich habe es genau gespürt. Hier!“, sie rieb sich über die Stirn. Das Kinderzimmer war zwar nicht erleuchtet, aber der Lichtschein, der durch die offene Tür hereinkam und die Parkbeleuchtung von draußen ermöglichten es, alles gut zu erkennen. Trotzdem machte ihre Mutter das Licht an und sah auf ihre Stirn. „Da!“, sagte Cecilia. Mit großen Augen beäugten Vater und Mutter die Stirn der Tochter. „Es ist etwas gerötet!“, meinte die Mutter. „Weil du gerade daran gerieben hast“, meinte der Vater. „Nein, mir ist da was draufgefallen!“, schrie Cecilia trotzig und wurde immer lauter.

C kratzte sich am Kopf, er fiel mit seinem Popo auf ihre Stirn und daher schmerzte es ihn nicht. Er hielt Cecilias Geschrei für reichlich übertrieben und wiederholte in Gedanken die besonderen Merkmale: „Ausgesprochen liebenswürdig! Tse.“ Mit einem weiten Sprung schaffte er es noch rechtzeitig herunter vom Bett und versteckte sich in einem kleinen Holzhäuschen, eingebettet in Holzspänen. Er dachte, das sei ihr Puppenhaus.

„Da ist nichts, mein Schatz. Glaub es mir, du hast geträumt. Aber ich mache jetzt besser das Fenster zu, für den Fall, dass du vielleicht einen Regentropfen auf die Stirn bekommen hast. Es scheint wieder anzufangen.“, sagte der Vater, blickte nach draußen und schloss das Fenster. Er gab seiner immer noch schluchzenden Tochter einen Kuss auf die Stirn und sagte: „Und jetzt schlaf schön!“ „Das war kein Regentropfen!“, schrie Cecilia. „Dein Vater hat Recht. Schlaf wieder!“, sagte ihre Mutter und gab ihr ebenfalls einen Kuss. Sie knippste das Licht wieder aus. Beide Eltern verließen das Zimmer und schlossen hinter sich die Tür.

Nach kurzem Verschnaufen beruhigte sich Cecilia und versuchte, erneut einzuschlafen.

„Ob das jetzt der passende Zeitpunkt ist, sie anzusprechen?“, dachte C. Er blickte aus dem Holzhaus direkt zu ihr hinüber, als sich plötzlich etwas Weiches in seinen Rücken drückte. C drehte sich um und schrie unvermittelt. Er befand sich nicht im Puppenhaus, sondern im Freilaufgehege von Cinderella und Cindy. Jetzt erkannte er auch die Aufschrift auf dem Holzhaus direkt über dem Eingang: „Cinderellas Schloss“. Er hatte zwar auf Syntaxis gelesen, dass Meerschweinchen normalerweise friedlich sind, aber jetzt wirkten sie doch irgendwie … sehr groß. Als plötzlich Cecilia wieder schrie, hielt sich C die Hand vor den Mund. Sie schrie extrem laut nach ihren Eltern und saß aufrecht im Bett. Als C sich beruhigt hatte, weil das Meerschweinchen auch schon wieder in eine andere Richtung lief, öffnete sich auch schon wieder die Tür. „Was ist denn bloß heute los?“, fragte ihre Mutter. Ihr Vater folgte ihr. Ihre Mutter setzte sich an ihr Bett und nahm sie in den Arm. Cecilia schluchzte und schrie: „Ich habe einen Schrei gehört!“ „Einen Schrei?“, fragte der Vater und blickte sogleich aus dem Fenster auf die Jugendlichen, die nach wie vor friedlich auf der Parkbank saßen. „Vielleicht von draußen?“, fragte die Mutter. Cecilia schüttelte mit dem Kopf und zeigte auf die Meerschweinchen. „Das kam aus dem Käfig!“, schluchzte sie. „Ja, aber das ist doch normal. Die machen doch Geräusche!“, meinte die Mutter. „Aber nicht solche. Es war ein lauter Schrei!“, und sie machte den Schrei nach: „Aaaaaahhhhh!“ „Das reicht jetzt!“, sagte ihr Vater etwas gereizt und fügte an: „Du träumst. Hast du heimlich einen Film geguckt, von dem du träumst?“, fragte er. Sie schüttelte den Kopf. Die Mutter knippste wieder das Licht an, stand auf und ging zum Meerschweinchen-Käfig. „Sie verhalten sich ganz normal!“, sagte sie. C kauerte sich in dem Holzhaus zusammen und fühlte sich unbeobachtet.

Plötzlich hob sich das ganze Haus. Das einzige, was er machen konnte, war, sich leblos zu stellen. „Aha! Du hast schon wieder ein neues Spielzeug gekauft?“, fragte die Mutter. „Was?“, fragte Cecilia ratlos. „Bitte heißt das!“, ermahnte die Mutter. „Ich denke, du sparst dein Taschengeld!“, sagte der Vater. „Tu ich doch auch!“, sagte Cecilia, die nichts mehr verstand. „Und außerdem sollst du uns doch so etwas nicht verheimlichen und dann versteckst du diese Stoffkugel in Alufolie im Meerschweinchenhaus?“ „Stoffkugel in Alufolie?“, dachte C, ohne eine Miene zu verziehen. „Das ist doch wohl die Höhe!“, dachte er, „unverschämt. Stoffkugel in Alufolie …“ „Was für eine Stoffkugel?“, fragte Cecilia, die plötzlich mit Schluchzen aufgehört hatte und neugierig in Richtung Meerschweinchenhaus blickte. „Jetzt tu nicht so.“, sagte die Mutter verärgert. „Ich habe dir schon tausendmal gesagt, dass du nicht dein Spielzeug in den Käfig stecken sollst und du brauchst mich auch nicht anzuschwindeln, dass du nichts davon weißt!“, sagte die Mutter. „Aber …“, wollte Cecilia unterbrechen. „Kein aber!“, ermahnte der Vater und fügte an: „Du schläfst jetzt, und ich will keinen Mucks mehr hören!“ Cecilia verstand gar nichts mehr. Die Mutter strich einem Meerschweinchen über das Fell und sagte zu ihm: „Kein Wunder, dass ihr euch erschreckt, wenn so ein Zeug bei euch im Haus liegt!“ Sie nahm C in die Hand und ging zur Tür. „Darf ich das denn mal sehen?“, fragte Cecilia neugierig. „Tu nicht so!“, wiederholte die Mutter. „Du kannst es dir morgen wieder bei mir abholen! Und jetzt schlaf!“

Vater und Mutter knipsten das Licht wieder aus und verließen Cecilias Zimmer, ließen aber dieses Mal die Tür auf. Die Mutter besah sich C kurz und schüttelte mit dem Kopf, legte ihn in eine Schublade im Wohnzimmerschrank.

Cecilia beobachtete alles aus ihrem dunklen Kinderzimmer. Als die Eltern nach einer Stunde ins Bett gingen, schlich sie sich auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer und holte C aus der Schublade.

C hatte große Angst, dass sie wieder schreien würde, wenn er sich zu erkennen gäbe, so dass er diesmal nichts mehr sagte, sondern sich weiter leblos stellte. Cecilia lächelte C an, nahm ihn an ihr Herz und legte ihn auf ihr Kopfkissen. Sie schlief umgehend ein. Nur C konnte nicht schlafen. Er dachte die ganze Zeit daran, wie er ihr am besten beibringen könnte, dass er ihr Freund werden wolle und von einem anderen Planeten kommt. „Morgen ist ein neuer Tag!“, dachte er und schlief letztlich hoffnungsfroh ein.

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B erreicht seine Gastfamilie!

B

Bs Herz pochte, als der Bus nur kurze Zeit nach A wieder zum Stehen kam. Er befand sich in der Nähe von A, ohne dass er das zuvor gewusst hatte. Sein Zielort war die Bertholdigasse 2B und die befand sich direkt hinter der Augustinenstraße, in der A gelandet ist. Da es in der Bertholdigasse Nr. 2B keinen Garten mit Bäumen vor dem Haus gab landete F den Space-Bus direkt vor die Eingangstür des Reihenhauses. „O.k., dann würde ich mal sagen, sehen wir uns morgen!“, verabschiedete sich B und lief raschen Schrittes die drei Stufen aus dem Bus herab. Er war der Zweite, der heute abgesetzt wurde und sprang aus dem Bus, als habe er das schon zigmal gemacht. Dabei war es doch genauso neu, wie bei A. B tat zwar gern so, als sei er mutig und frech, aber im tiefsten Inneren war er unsicher und alles andere als abenteuerlustig. Er drehte sich lachend um und winkte, der Bus schloss sein Glasdach und war in Sekundenschnelle verschwunden. B schluckte. „Oh nein, und wo soll ich jetzt hin?“, fragte er sich leise, als er aus seinem silbernen Anzug eine kleine Taschenlampe herausholte, und mit dem Lichtstrahl die Tür und Fassade absuchte. „Irgendwo muss doch hier eine Nummer stehen oder der Name. Der Bub soll doch Benny heißen“, sagte er sich und suchte nach Hinweisen nach den Bewohnern. Er konnte nichts erkennen. Keine Klingel, keine Hausnummer, keine Namen. Das gab es doch nicht! Er schlich rückwärts, um aus einer neuen Perspektive nach der Hausnummer und dem Namen Ausschau zu halten. Hätte er doch bloß S gefragt, ob er richtig war. Aber er traute sich nicht, die anderen hätten dann bestimmt über ihn gelacht, wo er sich doch so gern über A lustig machte. Das hatte er jetzt davon. Er stand vor einem unbekannten Haus, in einer unbekannten Straße, in einer unbekannten Stadt auf einem unbekannten Planeten und kannte nur eins: Sein neuer Freund sollte Benny heißen. „Na, Prost Mahlzeit!“, sagte B und schlich suchend weiter, als er plötzlich den Rand der Absatzstufe erreichte. F landete tatsächlich auf der Treppe direkt am Eingang, das hatte B so gar nicht registriert. Plötzlich stürzte er, landete wie ein Flummi auf der Stufe unter ihm, rollte weiter hinab auf den nächsten Treppenabsatz. Er versuchte, sich an irgendetwas festzuhalten, aber nichts Greifbares war in der Nähe. Er schrie, als er die nächste Stufe komplett mit seinem Po nahm und schon wieder hoch hüpfte, um die nächste Stufe auch noch – diesmal mit dem Bauch – zu treffen. „Urrrgh…“, stöhnte er, als er endlich zum Liegen kam. „Das tat weh…“, jammerte er, als er sich vorsichtig auf seinen Po setzte, der allerdings auch schmerzte. „Ein großartiger Anfang“, jammerte er weiter und rieb seinen Kopf, der bei dem Sturz auf den fünf Stufen auch die eine oder andere Kante erwischte. Plötzlich erleuchteten zwei riesige Lichtstrahlen das Haus. Er erschrak so sehr, dass er mit einem Satz aus dem Lichtkegel heraussprang und gegen eine Rose, die in einem Beet vor dem Haus gepflanzt war, fiel. Ein Dorn der Rose bohrte sich in seinen silbernen Anzug und er schrie erneut auf. Das war aber nicht alles. Er konnte nicht mehr weg. Sein Anzug war nun wie an die Rose geklettet. Was konnte er tun? Er hat seine Taschenlampe vor Schreck auf der untersten Stufe fallen gelassen und konnte jetzt gar nicht erkennen, wo er war.

Just in dem Moment kam ihm die Idee, bei S anzurufen. Es war ihm jetzt egal, ob er sich lächerlich machte. Er befand sich in einer echten Notsituation und brauchte Hilfe. Sollten sie doch lachen, dachte er und holte aus seiner anderen Anzugtasche einen Mini-Knopf heraus. Das war das Letterbabies-Space-Telefon. Er drückte den Knopf und hatte sofort S am Apparat. „S?“, fragte B. „Was gibt’s, B?“, fragte S zurück. „Also ich wollte gucken, ob ich hier richtig bin und dann bin ich zig Meter tief gestürzt. Dann gingen plötzlich zwei Riesenlampen an und ich fiel erneut, verlor meine Taschenlampe und landete an so eine Pflanze mit lauter Pieksern und an der klebe ich jetzt fest. Was mache ich denn jetzt? Ich brauche Hilfe!“, schrie er verzweifelt. S antwortete sehr trocken: „Warum glaubst du, dass du nicht richtig bist?“, fragte er. „Ist das jetzt wichtig?“, fragte B. „Ja. Für mich!“, sagte S. „Weiß ich nicht. Es war alles so dunkel!“ „Ach was“, sagte S, „es ist immer noch Nacht. Schon vergessen?“, fragte er spöttisch. „Nein. Aber was soll ich denn jetzt …“, fragte B, aber S unterbrach ihn: „Hör zu. Punkt eins: Du bist richtig! Punkt zwei: wir haben dich direkt vor die Tür gesetzt, damit du eben nicht suchen musst, Punkt drei: Häuser auf der Erde haben vor dem Eingang oft Treppen, Punkt vier: Hättest du aufgepasst im Unterricht auf Syntaxis wüsstest du, dass es sogenannte Bewegungsmelder gibt.“ Just in dem Moment, als er das aussprach gingen beide Lampen am Eingang aus. „Ja. Jetzt ist es aus …“, sagte B leise. „Punkt fünf: Du klebst an einer Rose. Du musst deinen Anzug ausziehen!“ Im Hintergrund kicherten schon die Letterbabies. „Hört auf zu Lachen!“, brüllte S und alle verstummten. „Eine Sache finde ich aber komisch!“, meinte S, „normalerweise reflektieren die Anzüge so, dass sie von den Bewegungsmeldern gar nicht registriert werden.“ S machte eine Pause. „Was heißt das?“, fragte B. „Hmmm. Ist da ein Tier in deiner Nähe?“, fragte S vorsichtig, als sich B schwach umdrehte und in zwei grünfunkelnde Augen eines riesigen, schwarzen Tiers blickte, das sich über die Lippen leckte. S hielt den Hörer entfernt, als er plötzlich den gellenden Schrei von B hörte. Alle Letterbabies saßen mit aufgerissenen Augen schweigend im Bus und zitterten. War es das schon für B? War er zwei Minuten auf dem Planeten Erde, damit er dann von einem Raubtier verspeist wurde? „B?…. B!!! …B!“, S versuchte verzweifelt, B zu sprechen. Aber nichts mehr. Nach dem Schrei war B weg. Er hörte nur noch das Besetztzeichen. S schaute sehr betroffen zu F, der in der Zeit eine Warteschleife im Himmel fuhr, bevor er C absetzen wollte. S sagte zu F: „Dreh um. Wir müssen B retten!“ F antwortete: „Ja, S. Sofort!“ F zog an einem Hebel und mit einem Surren beschleunigte der Bus, F lenkte ihn in die neue Richtung und raste mit Überlichtgeschwindigkeit zurück an Bs Landeort.

Als der Bus in der Bertholdigasse hielt, stiegen sämtliche Letterbabies bis auf F aus. F hatte die Aufgabe, auf den Bus aufzupassen und rechtzeitig die Türen zu öffnen und bei Gefahr zu schließen. „Weiß man denn, was es für ein Tier war?“, fragte V. S machte einen besorgten Gesichtsausdruck, seine Brille hatte er gerade von der Nase genommen und gegen sein Nachtsichtgerät getauscht, als er antwortete: „Ich vermute, es war eine Felis silvestris catus“, meinte S nachdenklich. „Eine was?“, fragte V irritiert. „Eine Katze!“, meinte S. „Ja, aber ich denke, die tun nichts!“, meinte S. „Wer sagt denn das?“, meinte S. „Ich dachte …“ „Da dachtest du falsch!“, unterbrach ihn S barsch. „Die tun dann nichts, wenn man den Schlafknopf an der Taschenlampe drückt. Du weißt doch, dass das zu einer Art Betäubung führt!“ „Ausprobiert habe ich das noch nie.“, meinte V, während er sich vorsichtig durch das Gebüsch an der besagten Adresse kämpfte. „Wir haben das im Selbstverteidigungskurs immer wieder geübt, falls du nicht geschlafen hast. Du drückst auf den Knopf am unteren Ende der Taschenlampe und schon steht dein Gegenüber regungslos vor dir. Es kann sich an nichts mehr erinnern, wenn es nach fünf Erdenminuten wieder wach wird.“ „Warum hat B das nicht gemacht?“, fragte V. „Weil B bei seinem Sturz die Taschenlampe verloren hatte!“, meinte S und verdrehte die Augen. „Ja, es dämmert“, meinte V. „Hoffentlich hast du den Knopf bei den Übungen nicht nur an dir getestet!“, spottete S, als er plötzlich K schreien hörte: „Hier! Hier ist der Anzug. Kommt schnell hier her!“ Ks panischer Ruf ließ V zittern. „Was heißt das? Anzug? Wo ist B?“, fragte V. S schwieg und eilte rasch an der Tanne entlang in Richtung Rose. V folgte ihm. „Lasst mal sehen!“, meinte S und schob sich an den Letterbabies vorbei, die starr vor Schock um den Rosenstamm verteilt waren und den silbernen Anzug von B anstarrten. S erkannte sofort, dass ein Dorn der Rose den Anzug durchbohrt hatte und B an der Flucht hinderte. Der Reißverschluss war aufgerissen. S durchsuchte jeden einzelnen Millimeter an dem Anzug und begann dann, den Boden rund um die Rose zu durchsuchen. Glücklicherweise hatte es zuvor geregnet. Man konnte eindeutige Spuren in der matschigen Erde erkennen. „Eindeutig!“, murmelte S. „Was ist eindeutig?“, fragte V. Aber S antwortete nicht. Mit einer Lupe und einer kleinen Lampe verfolgte er Spuren. „Was eindeutig?“, fragte nun auch C, der ein äußerst mulmiges Gefühl hatte. Denn immerhin war er offiziell der nächste, der aussteigen sollte. „B konnte fliehen. Wir wissen nur nicht, wohin. So wie es aussieht …“, und nun drehte er sich zu den Letterbabies und fuhr fort: „hat er sich selbst von seinem Anzug befreit und ist dann weggelaufen. Anhand der Spuren – hier schaut auf den Boden, die runden Einkerbungen – ist er selbständig fortgelaufen. Aber dort vorn, unweit der Rose …“, er machte eine Armbewegung zur Rose, „hat er sein Telefon verloren. Deshalb wissen wir nicht, wohin er gelaufen ist!“ „Kann man nicht einfach die Spuren verfolgen?“, fragte V. „Wie denn?“, fragte K und blickte genervt zu V herüber. „Dort vorn beginnt ein Steinfußboden. Da verliert sich seine Spur.“, fuhr er fort. T meldete sich. T war für die Technik zuständig. Er ist der führende Kopf für sämtliche technischen Erfindungen. Er hat das Knopftelefon konzipiert, die Taschenlampe samt Schlafknopf. T war normalerweise ein sehr ruhiger Geselle, der selten etwas sagte, aber wenn, dann hatte es Hand und Fuß. S blickte zu ihm hinüber: „Ja, T. Was möchtest du sagen?!“, fragte S. „Im Kofferraum befindet sich der Spurensucher.“, meinte er leise und nachdenklich. „Was für ein Spurensucher?“, fragte S. „Naja, ein Schweißspurensucher. Den habe ich noch von zu Hause mitgenommen.“, sagte er. „Und der kann solche Spuren lesen, die wir hier nicht mehr erkennen können?“, fragte S. T nickte. „Dann her damit!“, meinte S und rief zu L herüber: „Los, lauf zum Bus und hol den Spurensucher!“ L nickte und lief nach einer Kurzbeschreibung durch T in Sekundenschnelle zum Bus. Dort griff er zu Ts Koffer und nahm einen Lupenähnlichen Gegenstand heraus und sprintete zurück zu der Gruppe Letterbabies.

S nahm das Gerät in die Hand, schaltete es ein und konnte sofort auf dem Boden frische Spuren entdecken. Durch die Lupe leuchteten sie hellgelb auf. Er erkannte Bs Spuren, aber auch Tatzenspuren. „Wie ich gesagt habe. Es war eine Felis silvestris catus!“ „Was war es?“, fragte plötzlich C. „Eine Katze, C hast du nicht aufgepasst?“, fragte V und schüttelte verständnislos mit dem Kopf. C blickte gebannt weiter zu S in der Hoffnung, dass er bald B finden würde. Alle Letterbabies bis auf F, A und B trotteten hinter S hinterher, als dieser plötzlich stehen blieb, sich besorgt umdrehte und sagte: „Tja … hier verschwinden Bs Spuren … Man sieht nur noch die Spuren von der Katze!“ Traurig rieb er sich die Augen und blickte auf den Boden. „Ich fürchte …“ Ein kurzes Stöhnen ging durch die Letterbabies-Runde. Plötzlich schwiegen alle. Die Ruhe war beängstigend. S wischte sich eine Träne von der Wange, alle Letterbabies nahmen sich an die Hand und blickten betreten auf den Boden.

Eine Tür klappte und zerriss die Stille. Die Letterbabies blickten sich erschrocken um. Die Bewegungsmelder der Nr. 2B erleuchteten hell die Hausfassade der Zieladresse. Zunächst blinzelten die Letterbabies in das helle Licht, aber als sich ihre Augen an den grellen Schein gewöhnt hatten erkannten sie einen kleinen blonden Jungen in Schlafanzug und karierten Hausschuhen, der auf seinem einen Arm einen dicken Kater und auf der Schulte … den winkenden B … jaaaa, es war B!!!!! … erkannten. Der Junge lief genau auf die Letterbabies zu und lachte sie freundlich an: „Hallo, ihr seid also die Letterbabies? Ich dachte erst, ich träume!“, meinte der Junge, der sich als „Benny“ vorstellte. Die roten Haare standen verschlafen ab und freche Sommersprossen waren im Lichtschein deutlich zu erkennen. B sprang auf Bennys Arm, rutschte den Unterarm herab und hüpfte geschickt auf den Boden. Alle Letterbabies nahmen B in den Arm und freuten sich, dass er gesund und munter war. S weinte nun vor Freude und schloss seinen Freund ebenfalls in den Arm: „B, mein lieber Freund!!! Was ist passiert?“ B räusperte sich, lächelte dann zu Benny hinauf, der nach wie vor seinen dicken Kater auf dem Arm hielt. „Nun, ich machte Bekanntschaft mit Bob. Bob ist der Kater von Benny … Ich dachte erst, er wollte mich fressen, aber das hatte er gar nicht vor. Ich lief weg und er lief hinter mir er, holte mich ein und warf mich mit einer Krallenbewegung auf seinen Rücken. Und dann bin ich auf ihm geritten!“ Drei Letterbabies sahen ihn ungläubig an. „Geritten???“, fragte V völlig erstaunt. „Ja. Geritten. Wir ritten zum Haus, ich hielt mich an seinen langen Haaren fest und schire immer: Schneller, schneller … Da war so eine kleine Klappe, durch die wir durchgaloppiert sind und ehe ich mich versah, war ich in der Wohnung von Benny …“ Benny lachte, hockte sich hin und meinte dann: „Naja, vielleicht ist reiten ein wenig übertrieben. Als ich Bob plötzlich im Badezimmer entdeckte – ich musste mal – da machte B kein besonders glückliches Gesicht. Er befand sich nämlich in Bobs Maul. Ich denke, Bob hätte gern mit B gespielt, aber so kam ich ihm zuvor. Und jetzt weiß Bob, dass B und Ihr meine Freunde seid. Und so seid auch Ihr seine Freunde. Stimmt´s Bob?“, fragte er seinen Kater, der arrogant auf die Letterbabies blickte und dann seinen Kopf auf Bennys Schulter legte. „Freunde sind wir vielleicht noch nicht …“, meinte S, „aber solange uns Bob nicht futtert, sind wir ja schon froh. Ich denke, wir liegen auch schwer im Magen!“, scherzte S weiter. „Ich habe deine Taschenlampe gefunden!“, meinte plötzlich C und ging zu B hinüber und reichte im die Lampe. „Nur für den Fall, dass Bob seine Meinung ändert“, und zwinkerte B zu, der sich sichtlich freute.

„Ich muss wieder rein, nicht, dass nachher meine Mutter wach wird!“, sagte Benny mit einem Mal. „Alles klar, wir müssen eh weiter!“, sagte S, umarmte B und wünschte ihm alles Gute.

Die übrigen Letterbabies verabschiedeten sich ebenfalls herzlich und marschierten zu ihrem Bus zurück. F war sehr glücklich über den Verlauf und freute sich, nun zum Zielort von C zu fahren.

Benny freute sich über seinen neuen Freund B, der wieder auf seiner Schulter saß und Bob zuzwinkerte. Rasch lagen alle im Bett. Bob, Benny und B. Angekommen in der Bertholdigasse 2 B.B

 

 

 

B kommt an
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A kommt an!

A im Garten

A im Garten

Es war gegen ein Uhr morgens – Erdenzeit. In dieser stockfinsteren Nacht, in der es seit Beginn der Dunkelheit geregnet hatte, tauchte ein plötzlicher Blitz die Stadt für eine Sekunde in helles Licht. Der Regen endete, dafür kam ein warmer Wind auf.

Anna konnte diese Nacht nicht schlafen. Sie hielt sich ihren kleinen Teddy an ihr Herz und blickte ängstlich zum Fenster. Der Blitz war sicher ein Vorbote eines aufziehenden Gewitters. Bestimmt kam gleich der Donner, vor dem sie so schauderte. Aber das gefürchtete Grollen blieb aus. Stattdessen hob sie ihren Kopf und blickte aus ihrem Fenster und sah, wie sich die Äste in dem Baum, der direkt vor ihrem Haus stand, bewegten. Die Baumkrone beugte sich und ächzte im Wind. Urplötzlich sah sie ein kleines Objekt direkt über dem Baum, aus dem zahlreiche kleine bunte Lampen im Wechsel aufflackerten. „Was ist das?“, fragte Anna ihren kleinen Teddy.  Sie schob ihre Bettdecke an die Seite, schlüpfte in ihre Puschen und schlich sich – mit ihrem Teddy im Arm – ans Fenster, um dieses kleine leuchtende Objekt in der Luft näher zu beobachten. Was sie nun sah, versetzte sie ihn pures Staunen.

„Wir sind da!“, brüllte F ins Mikrofon, als der Schuhkarton-große Space-Bus über dem Apfelbaum mitten in der Luft stehen blieb. Sechsundzwanzig, in silbernen Space-Anzügen gekleidete Mini-Wesen stierten mit neugierigen und freundlichen Augen aus dem Bus. Mit einem zischenden Geräusch öffnete sich das Glasdach, eine Treppe klappte nach vorn und neblige Rauchschwaden entströmten dem Bus. Zunächst konnte man nicht viel erkennen. Bloß die einzelnen bunten Lichter des Busses, der trotz des Windes nach wie vor in der Luft stand, als wäre er auf einem gläsernen Sockel befestigt.

„A! Steig aus! Du bist da!!!“, rief B. „Bist du sicher? Hier?“, fragte A nervös. Er stand am Ausgang direkt an der Treppe und blickte auf das dunkle Haus, in dem keine einzige Lampe leuchtete. In einiger Ferne konnte er eine Straßenlaterne erkennen, ansonsten war alles dunkel. „Lass mal sehen …“, meinte S und holte ein kleines goldenes Buch hervor. Er setzte sich seine Brille auf und klappte eine Seite auf. „A, A, warte, wo stehst du?“, fragte er gedankenversunken und strich mit seiner Hand suchend über die Seite. Er blätterte eine Seite vor. „Ja. Da …  Augustinenweg acht … das Mädchen heißt Anna. Hier bist du richtig! Steig schon aus. Wir wollen weiter!“, meinte er bestimmt. „Stimmt denn auch die Stadt?“, fragte A und blickte sorgenvoll zu S. „A! Machst Du Witze?“, fragte Y genervt. „Nein, im ernst. Ich finde, es sieht hier alles so …“, er suchte nach Worten, „dunkel aus!“ „A! Es ist Nacht!“, sagte Y. „Na gut!“, gab A nach und fügte an: „Wir bleiben in Kontakt, ja?“ Seine Freunde nickten. „Mach´s gut! Und steig endlich aus!“, sagte B. „Bis morgen!“, meinte A. „Bis morgen. Steig aus!“, wiederholte B. „Äh, wartet. Wer holt mich denn morgen ab?“, fragte A und drehte sich erneut zu den anderen Fahrgästen um, die ihn angähnten. „Ich hole dich ab!“, antwortete Y. „Na gut. Dann bis morgen.“ „Bis morgen. Steig aus!“ Nachdem sich der Nebel allmählich aus dem Bus lichtete, betrat A zögerlich die erste Stufe hinaus in den Apfelbaum. „Es ist NASS!“, rief A. „Steig aus!“, riefen die anderen. Y ging zur Tür und rief A hinterher, der nunmehr die Baumkrone vollends betreten hat: „A! Erfüll Deine Mission! Morgen sehen wir uns!“

Verunsichert nickte A und winkte den anderen Letterbabies zu, die ihm zurückwinkten. Mit einem leisen Zischen klappte die Treppe wieder in den Bus zurück, das Glasdach schloss. Der Bus blieb noch eine Minute reglos in der Luft stehen, als er mit einem Mal verschwunden war. Eine kleine Rauchwolke blieb übrig, die durch den Wind rasch hinfort geweht wurde. Der Bus verschwand ebenso schnell wie er gekommen war.

Anna stand wie angewurzelt am Fenster und blickte mit offenem Mund nach draußen. Hatte sie sich das nur eingebildet oder ist eben ihr Name erwähnt worden? Sie hatte doch etwas gehört. Oder nicht? Sie rieb sich die Augen. Und ist da nicht eben irgendetwas aus dem Bus gestiegen? Es war ja alles so klein. Aber sie meinte doch, dass irgendetwas aus diesem fliegenden „Was-auch-immer“ ausgestiegen ist. „Hmmm. Teddy, hast du was gesehen?“, fragte sie ihren Bären im Arm. Er schwieg. Noch immer konnte Anna nichts erkennen. Der Wind, der eben aufgekommen war, war wie weggeblasen. Es war absolut still. Kein Blatt bewegte sich. „Was war das nur?“, fragte sie erneut ihren Teddy. Anna war etwas verunsichert und entschloss sich, zu ihren Eltern zu gehen.

Sie zog ihre Puschen aus und lief auf Zehenspitzen aus ihrem Zimmer hinaus, über den Flur in das Nachbarzimmer, in dem ihre Eltern schliefen. Der Vater schnarchte laut. Leise ging sie zu ihrer Mutter und stupste sie an ihre Schulter. „Hmm?“, fragte die Mutter leise, „Was ist denn?“ Sie knipste ihre Lampe am Bett an und blickte ihre Tochter aus kleinen Augen müde an. „Ich habe was im Baum gesehen. Ein kleiner Kasten, sah aus wie ein Karton, mit lauter bunten Lampen. Der stand über dem Baum und dann kam ein kleiner …“, sie überlegte, „ich weiß auch nicht, raus.“ Ihre Mutter warf ihre Stirn in Falten, setzte sich hin und nahm Anna in den Arm: „Schatz, du hast geträumt. Ganz sicher. Leg dich wieder hin und versuche zu schlafen.“ „Ich kann aber nicht!“, meinte Anna bestimmt. „Dann leg dich zu uns. Vielleicht kannst du hier ja schlafen!“, meinte ihre Mutter und hob ihre Bettdecke hoch, damit Anna zu ihr schlüpfen konnte. Einen Moment lang überlegte Anna, zweifelte, ob sie wirklich nur geträumt hatte und legte sich zu ihrer Mutter ins Bett. Sie knipste das Licht aus. Unter der warmen Decke, direkt an den weichen Körper ihrer Mutter geschmiegt fühlte sich Anna sicher. Und doch konnte sie immer noch nicht schlafen. Ihre Mutter hingegen schon. Das leise Pusten aus ihrem Mund zeigte Anna deutlich, dass ihre Mama wieder eingeschlafen war. Anna schloss ihre Augen. Aber je mehr sie daran dachte, desto wacher wurde sie. Es half alles nichts. Sie schlich sich wieder aus dem Bett ihrer Mutter und wollte gerade das Zimmer ihrer Eltern verlassen, als sie ein Klopfen am Fenster vernahm.

Überrascht blickte sie zum Fenster, konnte aber nichts erkennen. Sie schlich auf Zehenspitzen zur Fensterbank und blickte in den Garten. Noch immer konnte sie nichts erkennen. Plötzlich wieder: Tock Tock. Sie blickte auf das Fensterbrett und sah dort ein Wesen stehen. „Mach auf. Es regnet!“, meinte das Wesen zu ihr. Sie konnte es durch die Fensterscheibe deutlich hören. Es war etwa so groß wie ihre Hand und sah aus wie eine Kartoffel in Alufolie gewickelt. Einzig das Gesicht war zu erkennen. Große Augen und ein lächelnder roter Mund. Träumte sie oder sprach da plötzlich eine Folienkartoffel zu ihr? „Nun mach schon!“, meinte das Wesen energisch. Anna drehte sich um. Ihre Mutter und Vater waren beide am Schnarchen. Leise öffnete sie das Fenster. „Das wurde auch langsam Zeit … Danke!“, hörte Anna. Das kleine silberne Wesen sprang mit einem Satz auf die Fensterbank und blickte Anna lachend an. Er reichte seine Hand und meinte: „Hallo Anna. Ich bin A und komme vom Planeten Syntaxis!“ Anna traute ihren Ohren nicht, gab ihm aber ihren Zeigefinger, den A sofort entgegen nahm und ihn freundschaftlich schüttelte. „Freut mich außerordentlich!“, meinte A. Anna nickte und lächelte. Ihre Eltern schnarchten nach wie vor. „Hast du ein eigenes Zimmer?“, fragte A flüsternd, der an ihr vorbei auf ihre schlafenden Eltern blickte. Anna nickte. „Prima. Dann lass uns doch dahin gehen, dann können wir uns besser unterhalten und stören nicht!“, meinte A und sprang mit einem Satz auf Annas Hand. Sie konnte immer noch nichts sagen, sondern starrte A fasziniert an. Schweigend trug sie ihn vorsichtig aus dem Schlafzimmer hinaus und schlich in ihr Zimmer, wo sie die Tür schloss und ihre kleine Nachttischlampe anknipste.

A hüpfte auf ihr Nachttischchen, schüttelte sich einmal und öffnete seinen silbernen Anzug, den er wie eine Schale abstreifte. Darunter hatte er zwar dieselbe kartoffelähnliche Figur, war aber komplett weiß, hatte gelbe Füße, eine gelbe Hand, die andere war weiß. Auf dem Kopf trug er eine gelbe Kappe. Auf seinem Bauch stand sein Name: A.

A blickte sich um. Er bewunderte die rosafarbene Tapete, die Regale mit lauter Kuscheltieren und Puppen. Er sah auf den kleinen Schreibtisch, auf dem zahlreiche Buntstifte und Papierblätter lagen. Er tapste über das kleine Tischchen und meinte dann lachend zu Anna: „Also, ich muss schon sagen: Du hast es sehr schön hier!“ Anna saß auf dem Bett, klammerte sich an ihrem Teddy fest, lächelte und nickte. Er zeigte auf die eingerahmten Bilder an der Wand und fragte ihn: „Hast du die alle selbst gemalt?“ Anna nickte wieder. „Sag mal. Hat es dir die Sprache verschlagen oder kannst du nicht reden?“ Anna blickte ihn scheu an und zuckte mit ihren Schultern. „Nanu …“, meinte A plötzlich, „dann frag ich mal deinen Freund!“ Er blickte zum Teddy und fragte ihn: „Kann Anna nicht sprechen oder traut sie sich nur nicht?“ Anna blickte gespannt zu ihrem Teddy. Sie schmunzelte, denn natürlich konnte ihr Teddy nicht sprechen. So aber sprach A zu ihrem Stofftier und auf Anna wirkte es wie ein kleines Theaterstück. Ihr Teddy saß nach wie vor in Annas Arm und rührte sich nicht. Anna kicherte.

Plötzlich sah ihr Teddy zu ihr auf, Anna bekam riesige Augen. Wie konnte sich ihr Teddy plötzlich bewegen? Sie hielt ihn doch fest. Ihr Teddy blickte zu A und meinte lässig: „Sie redet normalerweise wie ein Wasserfall!“ Anna legte ihren Teddy auf ihr Kopfkissen und rieb sich die Augen. Sie musste träumen. A sprang auf ihren Schoß und kniff sie in den Arm. „Hallo! Du träumst nicht. Das hier ist echt! Sag doch mal was!“, meinte A. „Ich …“, sie stammelte, „ich … kann das nicht glauben!“ „Warum denn nicht?“, fragte A, „Was ist denn so komisch daran?“ „Aber mein Teddy hat noch nie gesprochen!“, sagte A. „Das stimmt!“, sagte Teddy. „Aber wo ich gerade dabei bin. Kannst du mir nicht einen anderen Namen geben? Teddy ist total langweilig!“, führte er aus. „Das stimmt!“, riefen plötzlich die Kuscheltiere und Puppen aus dem Regal. Anna blickte mit offenem Mund zum Regal und sah erstaunt zu A hinüber. A zuckte die Schultern und lächelte Anna an. „Naja. Du hörst es ja! Teddy klingt in der Tat total blöd!“, führte A aus. „Dein Name klingt aber auch ziemlich blöd!“, meinte Teddy zu A. „Das habe ich überhört! Du wirst schon noch sehen, warum!“, meinte er zu Teddy. „Aber …“, Teddy wollte gerade mit einer Diskussion beginnen, als A ihn anblickte und laut „Schhhhht!“ rief. „Ich bin nicht hier, um mit dir über die Sinnlosigkeit deines Namens zu diskutieren. Ich bin wegen Anna hier!“ „Aber warum?“, fragte Anna plötzlich. „Weil ich das gewonnen habe.“ „Was gewonnen?“, fragte Anna erstaunt. „Wir hatten auf Syntaxis eine Art Erdenbingo gespielt und ich hab einen Aufenthalt bei dir gewonnen. Oder du hast mich gewonnen. Wie du es nennen willst. Fakt ist: Ich bin hier und ich bin dein Freund. Willst du meine Freundin sein?“, fragte er neugierig und streckte ihr wieder seine kleine Hand entgegen. „Ja. Das will ich!“, antwortete Anna und reichte ihm wieder ihren Zeigefinger. „Auf unsere Freundschaft!“, meinte A und schüttelte erneut an ihrem Zeigefinger, „Wir werden viele Abenteuer erleben!“ Anna lächelte und freute sich.

„Kann ich jetzt auch mal was sagen?“, fragte Teddy. A und Anna sahen erwartungsvoll zu ihm herüber. „Wie wär es mit Alfons? Ich würde gern Alfons heißen!“ A und Anna blickten sich an und lachten.

A: „Alfons passt zu dir. A, Alfons und Anna aus dem Augustinenweg acht werden aufregende Abenteuer erleben! Auf uns!“ Alle drei fassten sich an die Hände und hielten sich fest. „Auf uns!“ wiederholte Anna. „Auf uns!“, stimmte Alfons mit ein. „Gut, dann lasst uns jetzt schlafen. Wir müssen Energie sammeln!“, meinte A. Er sprang zu Alfons aufs Kopfkissen, Anna legte sich lächelnd dazu und in weniger als einer Minute schliefen alle drei selig ein.

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